Samstag den 19.12.2009

REBOT

Ich bin wieder zuhause und unglaublich froh das es mir relativ gut geht ( von einer kleinen Erkältung mal abgesehen) und ich wieder einigermassen laufen und greifen kann. Wenn auch das tippen noch nicht klappt und ich nur die rechte Hand nutzen kann.

Was passiert ist ? Eigentlich wollten Markus und ich am Freitag den 11.12. ja aus gehen. Wir hatten Karten für einen Hundetrainer der eine Veranstaltung in Altenkirchen gab. Es war abgemacht, das Markus mich kurz vor seinem Eintreffen zuhause anrufen würde damit ich raus komme und wir gleich weiter können.

Darauß wurde dann leider nichts.

Ich wollte gerade aufstehne um mich anzuziehen, als mein Arm nicht mehr mitmachte, und letztendlich meine komplette Linke Seite nicht mehr funktionstüchtig war. Mein Bein drehte sich weg, mein Po schlief links ein und ich sagte zu meinem Sohn: Verdammt, da stimmt was nicht, was ist das denn ? Es wurde schlimmer und schlimmer, mein Gesicht fing an einzuschlafen und ich bat Patrick etwas zu tun, einen arzt zu rufen. Patrick wählte dann die 112 und der Rettungsdienst kam auch wenige Minuten später. Ich habe alles garnicht so mitbekommen. Hörte was von Blutdruckwerten um die 260 / 130 – dann Diazepam das mir gespritzt wurde. Zwischendrin rief Markus wohl an das ich rauskommen solle weil er gleich da sei. Er hatte Patrick am Telefon der ihm erklärte das gerade der Rettungswagen vor der Tür steht und er nicht wisse was ich habe.

Nach der Erstversorgung gings dann mit Blaulicht und Sirene gleich in die Kreisklinik Siegen – Haus Hüttental.

Dort gings dann sofort ins CT und man fand ein Blutgerinsel im Hirn – gottseidank aber keine Hirnblutungen.

Mit Spritzen senkte man dann schnellstmöglich den Blutdruck um eine Lysetherapie einzuleiten. Sie glückte und ich bekam langsam wieder Gefühl in die Hände und dem linken Bein. Blieb dann für einige Tage auf der Storke Unit

Es folgte ein 24 stunden EKG mit Blutdruckmessung, Kernsspin, Herzultraschall über die Speiseröhre und einiges mehr an Untersuchungen. Markus war dann sehr bedrückt als er mich an dem Abend verkabelt in der Überwachungsstation fand und hörte das ich einen Schlaganfall hatte. Für meine Mama war das ganze auch ein riesen Schock von dem sie sich langsam wieder erholt. Zu frisch war die Erinnerung an ihren Lebensgefährten der auch plötzlich einfach auf Intensiv war und zwei Tage später verstarb. Ich denke aber garnicht daran die Löffel abzugeben.

Und seit Freitag ist die Angst mein ständiger Begleiter. Ich weiß, wenn Patrick nicht so schnell reagiert hätte, die richtigen Leute gerufen hätte ( und nicht erst nen Hausarzt) das das ganze viel schlimmer hätte ausgehen können.

Ich kann zwar noch immer nicht den linken Arm richtig kontrollieren und auch mit dem laufen tue ih mich noch schwer, aber ich kann mich wenigstens bewegen und bin nicht vollständig auf Hilfe angewiesen. Und dieses Erlebnis ändert vieles im Leben. Eine Menge Dinge sind unwichtig geworden, und viele Dinge, wie Markus, meine Kinder, meine Mama haben enorm an Wichtigkeit gewonnen. Von einem starken Raucher ( 2-3 Schachteln am Tag) bin ich zum Nichtraucher mutiert. Und ich danke Patrick und Markus das sie mich da so gut unterstützen und Rücksicht auf mich nehmen.

Eins ist klar…. mein Leben wird nie wieder so sein wie es einmal war…..

Besonderen Dank auch an das Notarzt-Team, die Ärzte und Schwestern der Klinik Hüttental Siegen…..

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